Der Charlottenburger Schloßgarten ein paar hundert Meter weiter, die Deutsche Oper am Ende der Straße und das Rathaus um die Ecke - besser kann man seinen Wohnort doch nicht wählen! Das Haus ein Altbau 1909 erbaut. Nicht ohne Grund steht die Straßenfassade unter Denkmalschutz. Die Häuser dieser Straße zeigen wunderbar die Architekturentwicklung der Gründerzeit. Das Nachbarhaus links daneben, nur 30 Jahre älter - als die Stadt noch nicht so schnell wachsen musste - hat nur 3 Obergeschosse und eine klassizistische Fassade, deren Fluchtlinie nur von zwei herauskragenden Balkonen unterbrochen wird. Dafür aber ist es mit reichlich Stuck herausgeputzt hat und oben drauf ein für das 18. Jahrhundert typisches flachwinkliges Dach. Die Richard-Wagner 49 - bereits in Stil der Moderne erbaut - kommt dem erhöhten Wohnbedarf im begehrten königlichen Charlottenburg nach mit seinen vier Obergeschossen und dem sich darüber spitz erhebenden Dach, in das nun nachträglich noch zwei Dachgeschosswohnungen "eingenistet" wurden. Die Fassade viel stärker in der Tiefe gegliedert als bei seinem älteren Nachbarn. In der Mitte hervorkragend zwei Erkervorbauten, auf denen im vierten Geschoss großzügige Erkerbalkone thronen. Und weil ein Balkon pro Wohnung nicht reicht, jeweils links und rechts daneben noch eine Reihe Loggiabalkone mit halbrunden oder eckigen Vorbauten, auf dass man von oben bequem einen Blick auf den an der Haustür klingelnden Besuch werfen kann. Der Stuck eher sparsam, auf den Stirnseiten der Balkone flache Medaillons und einige die Vertikale betonende Pilaster. Die Kastendoppelfenster in den Oberlichtern mit Sprossenfenstern ausgekreuzt, damit die Fenster nicht optische Löcher in die Fassade reißen.
Den Alteigentümern sei es gedankt, dass das Argentinische Barbecue-Restaurant im Erdgeschoss inzwischen einer fußtherapeutischen Praxis gewichen ist. Jetzt fallen im Keller nicht mehr die Kegel um, sondern es werden dort Naturheilmittel aus Propolis gelagert.
Im Vorderhaus die großzügigen "Herrschafts"-Wohnungen mit ihren typischen Berliner Zimmern, Parkettböden und Stuckdecken - inzwischen seit dem Dachausbau auch über einen Außenaufzug erreichbar. In den beiden Seitenflügeln und im Gartenhaus die etwas bescheideneren, dafür dem Straßenlärm entzogenen praktisch geschnittenen Wohnungen. Sie blicken auf den begrünten Innenhof oder auf die Grünflächen des zweiten Hofs und die dahinter liegenden Hoflandschaften.
In 2002 und 2008 wurden in zwei Bauabschnitten die Dächer komplett neu eingedeckt. In 2008 wurden außerdem die wärmegedämmten Fassaden zum ersten und zweiten Hof gestrichen. Außerdem wurden die zum zweiten Hof weisenden Balkone saniert/erneuert. In 2007 haben die Erdgeschossfassade des Vorderhauses und das Entrée eine pflegliche Renovierung erhalten. Und endlich ist auf dem Hof Platz für die vielen Fahrräder - ein Haus also, an dem die großen Dinge gerichtet sind und die kleinen Wünsche mit Liebe von Miteigentümern und Verwaltung erfüllt werden.