Der imposante Gründerzeitbau weist dreiseitig zur Motzstraße, Ansbacher Straße und Hohenstaufenstraße. Mit seiner ansprechenden Bossenputzfassade im Bereich der Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss, den schmiedeeisernen Balkonen und den beiden frontseitigen halbrunden Erkertürmchen erweckt er Aufmerksamkeit – die nicht von allen Bewohnern immer geschätzt wurde. Eine Wohnung im 2. Stock diente RAF-Mitgliedern als konspirativer Unterschlupf – wichtig war für sie der zweite Ausgang der Wohnung als möglicher Fluchtweg. Im Gegensatz dazu wählte – in jüngerer Zeit - ein Baron hier sein Domizil eher aus repräsentativen Gründen, aber auch er nahm den Hinterausgang und entzog sich den Forderungen seiner Gläubiger. Ein – vermutlich – wesentlich sympathischerer Bewohner war ein beliebter Travestiekünstler, der vor langen Jahren im 4. Stock wohnte, er begeisterte mit seinen Shows sein Publikum in einem Kabarett in der Schlüterstraße.
An illustren Betreibern der Gewerbeeinheiten fehlte es auch nicht: die Grauen Panther hatten hier einen ihrer ersten Treffpunkte, eine Bank wuchtete ihre tonnenschweren Safes in den Keller, ein Geschäft mit spanischen Möbeln baute Lichtfenster genau zu diesem Keller ein und diverse gastronomische Einrichtungen kamen und gingen.
Seit 1980 befinden sich im 1. Stock die Büroräume der Grundstücksverwaltung maikowski & alscher – auch wir haben einen zweiten Ausgang, aber den benutzen wir nur, um in die Mittagspause zu flüchten.